Autor Thema: Ausfall aller Instrumente  (Gelesen 639 mal)

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Offline PhilipHiet

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Ausfall aller Instrumente
« am: 04. März 2021, 17:34:20 »
Hallo,

an unserem Evasion (2.1 TD, BJ 1999) sind jetzt schon 3-mal alle Instrumente ausgefallen, also Tankuhr, Drehzahl, Tacho, KM-Stand und Temperatur. Beleuchtung und Signalleuchten gingen noch.

Aber das merkwürdige: Sie fallen nie während der Fahrt aus, nur wenn der Motor aus war. Wenn man dann die Zündung einschaltet, bewegen sich manchmal die Zeiger nicht mehr. Aber auch nicht jedes Mal. Sie wollen auch nicht wieder funktionieren, egal wie oft ich an und wieder aus mache. Erst nachdem ich die beiden Stecker am Kombiinstrument raus- und wieder reinstecke, gehen alle Anzeigen wieder.
Ich habe mich hier natürlich schon umgesehen, konnte aber genau dieses Verhalten in keinem Beitrag finden.

Meine bisherigen Überlegungen:

  • Vor ein paar Wochen war es hier ziemlich kalt und seit genau da tritt das Problem auf. Ich dachte, dass durch die Kälte eine Lötstelle gebrochen ist oder Ähnliches. Ich habe die Platine vor mir liegen und kann nichts in der Richtung finden. Außerdem warum sollte eine kalte Lötstelle nicht während der Fahrt das Signal unterbrechen?
  • Einer der Kondensatoren an der 12V-Versorgung (vermutlich) sieht ziemlich mitgenommen aus. Möglicherweise ist der defekt. Dann könnte es sein, dass HF-Störsignale (durch das Schalten eines Relais oder so) nicht richtig gefiltert werden und das lässt dann den Prozessor im Kombiinstrument abstürzen. Aber um das nachzumessen muss ich Drähte an die Spannungsversorgung löten und wenn es eingebaut ist messen.

Vielleicht hat jemand hier eine vielversprechendere Idee, was kaputt ist.

Vielen Dank und Grüße
Philip

PS: Wenn jemand einen Schaltplan für das Kombiinstrument hat, würde ich mich darüber auch freuen.

Offline Jensg

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Re: Ausfall aller Instrumente
« Antwort #1 am: 05. März 2021, 19:06:47 »
Das dürfte am Spannungsregler liegen, der da verbaut ist. Der ist meist eingelötet auf dem Folienträger. Oder die Masse fehlt dir komplett, wiel es um eine der Lötniete einfach die Lötstelle abgebrochen hat. Solche Verschleißfehler treten öfters an so alten Folienplatinen auf. Bei meinem JTD geht die Tankanzeige nicht mehr, erst ab ca. 1/3 Tankinhalt bewegt sich der Zeiger vom Rechtsanschlag weg. Dürfte auch an so etwas liegen, habs nur noch nicht geflickt.
Jens

Offline PhilipHiet

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Re: Ausfall aller Instrumente
« Antwort #2 am: 06. März 2021, 18:36:27 »
Danke für die Antwort und den Schaltplan.

Ich verstehe aber nicht ganz, was Du mit Folienplatine meinst, bei mir ist das ganz "normales" grünes Fiberglas.
Tatsächlich sieht eines der Vias ziemlich verbrannt aus und der Widerstand zwischen 12V-Versorgung und Spannungsregler ist mit ca. 0,3 Ohm recht hoch. Der Spannungsregler scheint aber seinen Job zu machen und ich konnte auch keinen Bruch in den Lötstellen erkennen.

Heute hatte ich die nötige Motivation, 5 Kabel anzulöten und die Spannungsversorgung auszumessen und es gibt vor allem beim Abstellen des Motors deutliche Störsignale (etwa 20 MHz über 2us). Aber den Fehler reproduzieren konnte ich leider nicht. Vielleicht ist es doch was Anderes, denn eigentlich sollten das die Filterkondensatoren, die direkt neben dem Prozessor sind, aufnehmen.
Ich werde auf jeden Fall mal die Masseverbindung nachmessen. Und wenn ich wüsste, welche Kapazität der verbrannte Kondensator haben sollte, würde ich den auch auslöten und messen. Ich tippe auf irgendwo zwischen 10 und 100 nF, aber ich hab sowieso keinen Ersatz da.

Philip

1. Anhang: Meine Messung:
Gelb: 12V Spannungsversorgung
Pink: Eingang Spannungsregler
Blau und Grün: Beide 5V-Ausgänge des Reglers (sind eigentlich identisch, aber grün ist rausgezoomt)

2. Anhang: verbrannt aussehender Kondensator und Via.

Offline Jensg

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Re: Ausfall aller Instrumente
« Antwort #3 am: 06. März 2021, 20:13:16 »
Ah schick, dann ist das normale FR4 Platine. Der Chipkondensator dürfte 100nF haben. Und blöderweise machen die ab und an mal Kurzschlüsse, das kenne ich aus meiner Praxis. Obwohl Keramik, sind die ab und an garstig. Hameg Oszi, blaue Version mit Drähten, ein häufiger Fehler. Behringer CX2310 Frequenzweiche, altes Modell mit Ringkern, da sind die 100nF Scheibenkondensatoren über den Dioden, und bei fast allen Weichen, die ich verbaut habe, ist mindestens einer kurzgeschlossen. Ich habe die dann vor der Installation beim Kunden immer herausgeknipst. Denn nötig waren die nicht mehr bei den heutigen schnellen Dioden und den induktionsarmen Elkos, die heute verbaut werden.
Der Kurzschluß dürfte auch verantwortlich für die verbrannte Duchkontaktierung sein. Und der 100nF eben zwischen Betriebsspannung und Masse liegen.
Tantale sind ja auch so eine Quelle für seltsame Spannungseffekte, wenn die dann ab 2,8V oder so plötzlich leitend werden.
Bei mir könnte auch einfach der Tankgeber hin sein, denn lt. Schaltbild gibts keinen Spannungsregler, nur das Zentral-IC.
Muß ich mal prüfen, hab ja noch einen Geber.
Jens

Offline Jensg

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Re: Ausfall aller Instrumente
« Antwort #4 am: 06. März 2021, 20:15:46 »
Und wenn es doch einen gibt, die Schwingungen sind normal, denn die Regler mögen gar keine Spannungsschwankungen am Eingang. Dafür sind sie nicht ausgelegt. Nur Ausgangsseitig können sie gut wegregeln.
Jens

Offline PhilipHiet

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Re: Ausfall aller Instrumente
« Antwort #5 am: 23. März 2021, 16:24:25 »
Vor ein paar Tagen ist es wieder alles ausgefallen, diesmal während der Fahrt. Der Motor lief aber unbeirrt weiter. Aber jetzt möchte es gar nicht mehr funktionieren, egal wie oft ich die Stecker hinten raus und wieder reinstecke.

Spannungsversorgung ist aber noch da, das habe ich gemessen. Masse auch
Normalerweise macht das Kombiinstrument beim Anschließen immer eine Art Initialisierung, bei der alle Zeiger ganz nach links gedreht werden, auch das macht es nicht. Jetzt wäre interessant zu wissen, ob diese Initialisierung erst stattfindet, wenn mit dem Steuergerät kommuniziert wurde oder immer sobald Spannung da ist. Denn dann könnte ich das einfach an ein 12V-Netzteil anschließen und auf dem Schreibtisch messen und müsste das nicht machen solange alles im Auto eingebaut ist.

Und noch was: Weiß man, wie das Kombiinstrument kommuniziert, dann könnte ich die Kommunikation mal überwachen, und schauen, was da raus kommt.

Vielleicht habe ich ja Glück und es ist nur eine Steckverbindung der Kommunikation schlecht. Soweit ich weiß, läuft das hinter der Batterie, unter den Sicherungen im Motorraum lang.
« Letzte Änderung: 23. März 2021, 16:27:53 von PhilipHiet »

Offline Jensg

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Re: Ausfall aller Instrumente
« Antwort #7 am: 24. März 2021, 16:15:57 »
Da jetzt das Kombiinstrument gar nicht mehr funktioniert hat, konnte ich mal bequem auf dem Schreibtisch messen, was da kaputt ist.
Und Du, Jens, hattest mit Deiner ersten Vermutung recht: Es war der Spannungsregler. Also genau genommen die Versorgung von diesem. Am parallel-geschalteten Kondensator lagen noch die 12V an, am Regler kamen aber nur ca. 1,2V an.
Ich habe jetzt die Leiterbahn mit einem Draht überbrückt und siehe da, es geht wieder. Meine Lötstellen sind nicht schön, aber besser als das ganze Kombiinstrument zu tauschen.

Und Danke für die Schaltpläne, ich habe selber gesucht, bin aber nie fündig geworden. Für das jetzt waren sie nicht unbedingt nötig, aber ich werde die auf jeden Fall für die Zukunft behalten.

Danke nochmal
Philip

Offline Jensg

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Re: Ausfall aller Instrumente
« Antwort #8 am: 24. März 2021, 19:22:16 »
Gern geschehen. Mein Scudo, nun, wahrscheinlich werde ich den ersetzen gegen einen Ulysse, C8 oder 807 Benziner. Mit den Diesel Euro 4 ist da auf Dauer zu wenig möglich.
Mal sehen, reut mich schon ein wenig, nur ist momentan der Krümmer lose, es hat einige Bolzen samt Gewinde gezogen, der lastabhängige Bremskraftregler sifft und der Tankgeber ist wohl hin.
Tüv noch bis Mai, 3 Tage schrauben, weiß noch nicht. Motor ausbauen ist halt auch nicht ruck-zuck gemacht.
Gute Fahrt
Jens